Paarberatung oder Paartherapie: Was ist der Unterschied?
Wenn eine Beziehung in der Krise ist und Ihr entscheidet, Euch Unterstützung zu holen, stoßt Ihr schnell auf zwei Begriffe: Paarberatung und Paartherapie. Viele Paare fragen sich, ob das dasselbe ist, ob es einen Unterschied macht, und welches Angebot zu ihrer Situation passt.
Ich möchte Euch in diesem Artikel ehrlich erklären, was hinter beiden Begriffen steckt, wie ich selbst arbeite, und was Ihr bei der Wahl eines Angebots wirklich beachten solltet.
Paarberatung und Paartherapie: die Gemeinsamkeit
Beide Formate haben dasselbe Ziel: Paaren in schwierigen Phasen zu helfen, die Beziehung besser zu verstehen, Muster zu erkennen, Kommunikation zu verbessern, und entweder einen neuen gemeinsamen Weg zu finden oder eine Trennung würdevoll zu gestalten.
In der Praxis werden die Begriffe häufig synonym verwendet, auch von Fachleuten. Das liegt daran, dass die Methoden und Ansätze sich stark überschneiden, und dass der Begriff „Paartherapie" in Deutschland kein geschützter Titel ist. Was zählt, ist nicht das Etikett, sondern die Ausbildung, der Ansatz und die Erfahrung der Person, die Ihr wählt.
Was hinter dem Begriff Paartherapie steckt
Im engeren Sinne bezeichnet Paartherapie eine therapeutische Begleitung von Paaren, die auf einer fundierten therapeutischen Ausbildung basiert. Das kann systemische Therapie sein, Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Ansätze, oder integrativ kombinierte Methoden.
„Psychotherapeutin" oder „Psychotherapeut" hingegen ist ein gesetzlich geschützter Begriff in Deutschland und setzt eine staatliche Zulassung voraus. Wer diesen Titel trägt, ist approbiert und darf psychische Erkrankungen behandeln. Paartherapie und Psychotherapie sind also nicht dasselbe.
Für Euch als Paar bedeutet das: Fragt ruhig nach, welche Ausbildung jemand hat, der sich als Paartherapeutin oder -therapeut bezeichnet. Ein gutes Angebot erklärt das transparent.
Wie ich arbeite
Ich bin ausgebildete systemische Beraterin und Therapeutin (SG) sowie zusätzlich zertifizierte Gottman Therapeutin. Beides zusammen bildet die methodische Grundlage meiner Arbeit.
Die systemische Therapieausbildung hat mir einen Blick auf Beziehungen als Systeme gegeben. Nicht der eine oder die andere ist das Problem, sondern das Muster, das zwischen Euch entsteht, und das beide gleichzeitig aufrechterhalten, meist ohne es zu wollen. In der systemischen Arbeit geht es darum, dieses Muster sichtbar zu machen und gemeinsam neue Wege zu finden, ohne Schuldzuweisungen, ohne Expertenmeinung darüber, wer recht hat.
Die Gottman-Methode ergänzt das mit einem empirisch sehr gut erforschten Werkzeugkoffer. John Gottman und sein Team haben jahrzehntelang mit tausenden von Paaren geforscht und herausgefunden, was stabile, glückliche Beziehungen von instabilen unterscheidet. Ihre Methode gibt konkrete Ansätze an die Hand, wie Paare Konflikte so gestalten, dass sie nicht zerstören. Wie man Vertrauen wieder aufbaut. Wie man die kleinen Verbindungsmomente schützt, die über die Qualität einer Beziehung entscheiden.
Systemische Tiefe und Gottman-Struktur: das ist die Kombination, mit der ich arbeite.
Wann klinisch-psychotherapeutische Unterstützung wichtig ist
Es gibt Situationen, in denen ich Paare nicht begleiten sollte, oder nicht allein. Das sage ich so klar, weil ich glaube, dass Transparenz hier entscheidend ist.
Wenn bei einem oder beiden Partnern eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde oder vermutet wird, Depressionen, Angststörungen, Traumafolgeerkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, dann ist eine approbierte Psychotherapeutin oder ein -therapeut die richtigere Wahl, zumindest als erste Anlaufstelle. Manchmal ist es sinnvoll, beides parallel zu machen: Einzeltherapie und Paartherapie.
Wenn Ihr nicht sicher seid, ob das bei Euch relevant ist, dann sprecht das im Erstgespräch offen an. Ein gutes Erstgespräch schließt diese Frage immer ein.
Was Ihr bei der Wahl wirklich beachten solltet
Fragt nach der Ausbildung. Nicht um jemanden zu testen, sondern um zu verstehen, auf welchem Fundament jemand arbeitet. Systemische Therapie, Gottman-Methode, Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT), Verhaltenstherapeutische Ansätze: das sind unterschiedliche Zugänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Schaut, ob Ihr Euch gehört fühlt. Der erste Termin ist auch ein Kennenlernen. Das Gefühl, ob jemand neutral ist, ob beide Partner Raum bekommen, ob keine Seite bevorzugt wird, das ist entscheidend für den Erfolg der Arbeit.
Fragt nach dem Vorgehen. Wie viele Sitzungen sind in der Regel sinnvoll? Wie ist der Ablauf? Was passiert, wenn es zwischen den Sitzungen eskaliert?
Und: Hört auf Eure Intuition. Fachliche Qualifikation ist die Voraussetzung. Aber ob jemand zu Euch passt, spürt Ihr oft schon im ersten Gespräch.
Was Ihr von mir erwarten dürft
In meinen Orientierungsgesprächen schauen wir gemeinsam, wo Ihr gerade steht. Was Euch in diese Situation gebracht hat. Ob mein Ansatz zu Eurer Lage passt. Und was ein sinnvoller nächster Schritt für Euch wäre.
Das Gespräch ist kein weiteres Verkaufsgespräch. Wenn ich das Gefühl habe, dass ein anderes Angebot besser zu Euch passt, sage ich das.
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Ihr überlegt, ob Paartherapie das Richtige für Euch ist?
Im Orientierungsgespräch könnt Ihr schauen, wo Ihr gerade steht und ob meine Arbeit zu Eurer Situation passt.
→ Orientierungsgespräch anfragen
